Projekt Einhorn
Das Einhorn im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
Im Mittelalter stellte man es sich als ein ziegenähnliches Wesen mit langem Stirnhorn vor. Es wurde als christliches Symbol der Reinheit verehrt. Heute wird das Einhorn als Pferd mit einem Stirnhorn dargestellt, wie etwa im Film „Das letzte Einhorn“. Knochenfunde eiszeitlicher Tiere, z.B. Mammut, Wollnashorn u.a., wurden als Einhornreste gedeutet. Seeleute präsentierten die langen Stoßzähne von Narwalen als Hörner des Unicornes. Diese Hörner wurden z.T. mit Gold aufgewogen, da man ihnen große Heilkraft zusagte.
Typische Darstellung eines Einhorns im 16./17. Jh.
Darstellung eines Narwals aus dem 17. Jh.
Darstellung eines Einhorns mit Jungfrau und Löwe auf einem alten Wandteppich
Das Einhorn des Otto v. Guericke
Diese Skelettrekonstruktion des Einhorns geht auf den berühmten Physiker Otto v. Guericke (1602 ‐ 1686) zurück, der mit seinen Magdeburger Halbkugeln erstmals ein Vakuum erzeugte.
Im Jahre 1678 entwarf er aus Knochenresten, welche in der Nähe von Quedlinburg gefunden worden waren, ein Einhorn. Der Schädel dieser Darstellung ist in Wirklichkeit der eines Wollnashorns. Das Stirnhorn wird vermutlich der Teil eines Mammutstoßzahns sein. Diese Darstellung wurde von dem Philosophen Leibnitz 1749 in seiner „Protogaea“ erstmals abgebildet.
Die Skelettnachbildung in unserem Museum stammt von dem Künstler Dennis Miska und wurde
gefördert von der Kulturstiftung Kreis Rendsburg‐Eckernförde und der Bordesholmer Sparkasse.
Das Einhorn des Eiszeitalters
Heute wissen wir, dass es Einhörner der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Vorstellung nicht gab. Es existierte jedoch im Eiszeitalter in Europa und Asien ein sehr großes Nashorn, welches ein langes Stirnhorn besaß ‐ das Elasmotherium. Eiszeitliche Jäger dürften auch dem Elasmotherium begegnet sein. Aufgrund seiner Wehrhaftigkeit wurde dieses Tier aber selten gejagt.
Bild: H. Harder
Bild: Z. Burian
Bild: Z. Burian
Da man komplette Skelette von Elasmotherien nicht kennt, zeigen diese Darstellungen das mögliche Aussehen.
Ein Kind reist mittels seiner Phantasie in die Urzeit und erlebt spannende Begegnungen mit Dinosauriern und anderen urzeitlichen Tieren.

Häufig fallen uns am Strand vom Wasser umspülte farbenprächtige Steine auf. Ihre Schönheit verleitet zum Aufheben und Mitnehmen. Bald ergeben sich hieraus Fragen nach dem Wie und Woher dieser Vielfalt.
Schleswig-Holstein und das gesamte nördliche Mitteleuropa ist oberflächlich das Ergebnis des eiszeitlichen Klimas. Hier können wir hervorragend den Klimawandel der jüngeren Erdgeschichte verständlich machen. Der Mensch ist eingebettet in das natürliche und insbesondere biologische Wirkungsgefüge. Der Wechsel in der Flora und Fauna im Verlauf des Eiszeitalters widerspiegelt den klimatischen Wandel. Insbesondere die Großsäugetiere und damit auch der Mensch nehmen deshalb hier einen herausragenden, umfangreichen Platz ein.